Kapitel 51:

1-4 So spricht JHWH: Siehe, ich erwecke wider Babel und gegen die, welche im Herzen meiner Widersacher wohnen, einen verderbenden Wind. Und ich sende nach Babel Fremde, die es worfeln und sein Land ausleeren werden; denn sie werden ringsumher wider dasselbe sein am Tage des Unglücks. Der Schütze spanne seinen Bogen gegen den, der da spannt, und gegen den, der sich in seinem Panzer erhebt; und schont seiner Jünglinge nicht, vertilgt sein ganzes Kriegsheer! Und Erschlagene sollen fallen im Lande der Chaldäer und Durchbohrte auf seinen Straßen.

5-10 Denn nicht verwitwet ist Israel noch Juda von seinem GOTT, von JHWH der Heerscharen; denn jener Land ist voll Schuld wegen des Heiligen Israels. Flieht aus Babel hinaus und rettet ein jeder sein Leben, werdet nicht vertilgt wegen seiner Ungerechtigkeit! denn es ist die Zeit der Rache JHWHs; was es getan hat, vergilt er ihm. Babel war ein goldener Becher in der Hand JHWHs, der die ganze Erde berauschte; von seinem Weine haben die Nationen getrunken, darum sind die Nationen rasend geworden. Plötzlich ist Babel gefallen und zertrümmert. Jammert über dasselbe! holt Balsam für seinen Schmerz: vielleicht wird es geheilt werden! "Wir haben Babel heilen wollen, aber es ist nicht genesen. Verlasset es und laßt uns ein jeder in sein Land ziehen; denn sein Gericht reicht bis an den Himmel und erhebt sich bis zu den Wolken." JHWH hat unsere Gerechtigkeiten ans Licht gebracht; kommt und laßt uns in Zion erzählen die Tat JHWHs, unseres GOTTES.

11-14 Schärfet die Pfeile, faßt den Schild! JHWH hat den Geist der Könige von Medien erweckt; denn wider Babel ist sein Vornehmen, es zu verderben; denn es ist die Rache JHWHs, die Rache seines Tempels. Erhebt das Panier gegen die Mauern von Babel hin, verschärft die Bewachung, stellt Wächter auf, bereitet die Hinterhalte! denn wie JHWH es sich vorgenommen, also führt er aus, was er über die Bewohner von Babel geredet hat. Die du an vielen Wassern wohnst, reich an Schätzen bist, dein Ende ist gekommen, das Maß deines Raubes. JHWH der Heerscharen hat bei sich selbst geschworen: Habe ich dich auch mit Menschen gefüllt wie mit Heuschrecken, so wird man doch Triumphgeschrei über dich anstimmen.!

15-19 Er hat die Erde gemacht durch seine Kraft, den Erdkreis festgestellt durch seine Weisheit und die Himmel ausgespannt durch seine Einsicht. Wenn er beim Schalle des Donners Wasserrauschen am Himmel bewirkt und Dünste aufsteigen läßt vom Ende der Erde, Blitze zum Regen macht und den Wind herausführt aus seinen Vorratskammern; - dumm wird jeder Mensch, ohne Erkenntnis; beschämt wird jeder Goldschmied über das Götzenbild; denn sein gegossenes Bild ist Lüge, und kein Geist ist in ihnen. Nichtigkeit sind sie, ein Werk des Gespöttes: zur Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie zu Grunde. Jakobs Teil ist nicht wie diese; denn er ist es, der das All gebildet hat und den Stamm seines Erbteils; JHWH der Heerscharen ist sein Name.

20-26 Du bist ein Streithammer, eine Kriegswaffe; und mit dir zerschmettere ich Nationen, und mit dir zerstöre ich Königreiche; und mit dir zerschmettere ich das Roß und seinen Reiter, und mit dir zerschmettere ich den Wagen und seinen Lenker; und mit dir zerschmettere ich Mann und Weib, und mit dir zerschmettere ich Greis und Knaben, und mit dir zerschmettere ich Jüngling und Jungfrau; und mit dir zerschmettere ich den Hirten und seine Herde, und mit dir zerschmettere ich den Ackersmann und sein Gespann, und mit dir zerschmettere ich Landpfleger und Statthalter. Und ich will Babel und allen Bewohnern Chaldäas all ihr Böses, das sie an Zion verübt haben, vor euren Augen vergelten, spricht JHWH. Siehe, ich will an dich, spricht JHWH, du Berg des Verderbens, der die ganze Erde verderbt; und ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von dem Felsen hinabwälzen und dich einem verbrannten Berge machen, so dass man von dir weder Eckstein noch Grundstein nehmen kann; denn ein ewige Wüstenei sollst du sein, spricht JHWH.

27-33 Erhebet das Panier im Lande, stoßt in die Posaune unter den Nationen! weiht Nationen wider dasselbe, ruft wider dasselbe die Königreiche Ararat, Minni und Aschkenas herbei; bestellt Kriegsoberste wider dasselbe, lasset Rosse heraufziehen wie furchtbare Heuschrecken! Weiht Nationen wider dasselbe, die Könige von Medien, dessen Landpfleger und alle seine Statthalter und das ganze Land ihrer Herrschaft! Da erbebt und erzittert die Erde; denn die Gedanken JHWHs erfüllen sich wider Babel, um das Land Babel zu einer Wüste zu machen, ohne Bewohner. Babels Helden haben aufgehört zu streiten, sie sitzen in den Bergfesten; versiegt ist ihre Kraft, sie sind zu Waisen geworden; man hat ihre Wohnungen angezündet, ihre Riegel sind zerbrochen. Ein Läufer läuft dem anderen entgegen, und der Bote dem Boten, um dem König von Babel die Botschaft zu bringen, dass seine Stadt von allen Seiten her eingenommen ist. Und die Übergänge sind besetzt, und die Teiche hat man mit Feuer ausgebrannt, und die Kriegsmänner sind erschrocken. - Denn so spricht JHWH der Heerscharen, der GOTT Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne: zurzeit, da man sie stampft; noch um ein Kleines, so wird die Zeit der Ernte für sie kommen.

34-37 Nebukadnezar, der König von Babel, hat mich gefressen, hat vernichtet, hat mich hingestellt als ein leeres Gefäß; er verschlang mich wie ein Ungeheuer, füllte seinen Bauch mit meinen Leckerbissen, stieß mich fort. Die an mir begangene Greueltat und mein Fleisch komme über Babel! spreche die Bewohnerin von Zion, und mein Blut über die Bewohner von Chaldäa! spreche Jerusalem. Darum spricht JHWH also: Siehe, ich will deine Rechtssache führen und deine Rache vollziehen, und ich werde sein Meer austrocknen und seine Quelle versiegen lassen. Und Babel soll zum Steinhaufen, zur Wohnung der Schakale, zum Entsetzen und zum Gezisch werden, ohne Bewohner.

38-44 Sie brüllen allzumal wie junge Löwen, knurren wie die Jungen der Löwinnen. Wenn sie erhitzt sind, richte ich ihnen ein Trinkgelage an und berausche sie, auf dass sie frohlocken, und entschlafen zu ewigem Schlafe und nicht mehr erwachen, spricht JHWH. Gleich Fettschafen, gleich Widdern samt Böcken stürze ich sie hinab zur Schlachtung. - Wie ist Scheschak eingenommen, und erobert der Ruhm der ganzen Erde! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Nationen! Das Meer ist heraufgestiegen über Babel; mit seiner Wellen Brausen ist er bedeckt. Seine Städte sind zur Wüste geworden, ein dürres Land und eine Steppe, ein Land, worin niemand wohnt, und durch welches kein Menschenkind zieht. Und ich werde den Bel zu Babel heimsuchen und aus seinem Maule heraus nehmen, was er verschlungen hat; und nicht mehr sollen Nationen zu ihm strömen. Auch Babels Mauer ist gefallen.

45-46 Ziehet aus ihm hinaus, mein Volk und rettet ein jeder sein Leben vor der Glut des Zorns JHWHs! Und dass euer Herz nicht zaghaft werde, und ihr euch nicht fürchtet vor dem Gerüchte, welches im Lande vernommen wird! denn in dem einen Jahre kommt dieses Gerücht und in dem Jahre nachher jenes Gerücht, und Gewalttat im Lande, Herrscher gegen Herrscher.

47-53 Darum siehe, Tage kommen, da ich die geschnitzten Bilder Babels heimsuchen werde; und sein ganzes Land wird beschämt werden, und alle seine Erschlagenen werden in seiner Mitte fallen. Und Himmel und Erde, und alles was in ihnen ist, werden jubeln über Babel; denn von Norden her kommen ihm die Verwüster, spricht JHWH. Wie Babel darauf ausging, dass Erschlagene Israels fielen, also werden wegen Babel Erschlagene der ganzen Erde fallen. - Ihr dem SCHWERT Entronnenen, geht, bleibt nicht stehen! gedenkt JHWHs aus der Ferne, und Jerusalem komme euch in den Sinn! - Wir sind beschämt worden, denn wir haben Verhöhnung gehört; Schmach hat unser Angesicht bedeckt; denn Fremde sind über die Heiligtümer des Hauses JHWHs gekommen. - Darum siehe, Tage kommen, spricht JHWH, da ich seine geschnitzten Bilder heimsuchen werde; und tödlich Verwundete werden ächzen in seinem ganzen Lande. Wenn auch Babel bis zum Himmel hinaufstiege und die Höhe seiner Stärke befestigte, von mir aus werden ihm Verwüster kommen, spricht JHWH.

54-58 Horch! ein Geschrei aus Babel, und große Zertrümmerung von dem Lande der Chaldäer her. Denn JHWH verwüstet Babel und tilgt aus demselben das laute Getöse; und es brausen seine Wogen wie große Wasser, es erschallt das Geräusch ihres Getöses. Denn über dasselbe, über Babel, kommt ein Verwüster; und seine Helden werden gefangen, ihre Bogen sind zerbrochen. Denn ein GOTT der Vergeltung ist JHWH, er wird gewißlich erstatten. Und ich berausche seine Fürsten und seine Weisen, seine Landpfleger und seine Statthalter und seine Helden, dass sie entschlafen zu ewigem Schlafe und nicht mehr erwachen, spricht der König, JHWH der Heerscharen ist sein Name. So spricht JHWH der Heerscharen: Die Mauern von Babel, die breiten, sollen gänzlich geschleift und seine hohen Tore mit Feuer verbrannt werden. - Und so mühen sich Völker vergebens ab, und Völkerschaften fürs Feuer, und sie ermatten.

59-64 Das Wort, welches der Prophet Jeremia Sereja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machseja, gebot, als er mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahre seiner Regierung nach Babel zog; und Seraja schrieb in ein Buch all das Unglück, welches über Babel kommen sollte, alle diese Worte, welche gegen Babel geschrieben sind. Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so sieh zu und lies alle diese Worte, und sprich: JHWH, du hast gegen diesen Ort geredet, dass du ihn ausrotten werdest, so dass kein Bewohner mehr darin sei, weder Mensch noch Vieh, sondern, dass er zu ewigen Wüsteneien werden solle. Und es soll geschehen, wenn du dieses Buch zu Ende gelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat und sprich: Also wird Babel versinken und nicht wieder emporkommen wegen des Unglücks, welches ich über dasselbe bringe; und sie werden erliegen.

Bis hierher die Worte Jeremias!

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