Kapitel 6:

Immer wieder Warnungen

1-8 Flüchtet, ihr Kinder Benjamin, aus Jerusalem hinaus, und stoßt in die Posaune zu Tekoa, und errichtet ein Zeichen über Beth-Hakkerem; denn Unglück ragt herein von Norden her und große Zerschmetterung. Die Schöne und die Verzärtelte, die Tochter Zion, vertilge ich. Hirten kommen zu ihr mit ihren Herden; sie schlagen Zelte ringsum sie auf, weiden ein jeder seinen Raum ab. "Heiliget einen Krieg wider sie! Macht euch auf und laßt uns am Mittag hinaufziehen!...Wehe uns! denn der Tag hat sich geneigt, denn die Abendschatten strecken sich. Macht euch auf und laßt uns in der Nacht hinaufziehen und ihre Paläste verderben!" Denn so hat JHWH der Heerscharen gesprochen: Fällt Bäume und schüttet einen Wall wieder Jerusalem auf! Sie ist die Stadt, die heimgesucht werden soll: sie ist voll Bedrückung in ihrem Innern. Wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt, so läßt sie ihre Bosheit quellen. Gewalttat und Zerstörung werden in ihr gehört. Wunde und Schlag sind beständig vor meinem Angesicht. Laß dich zurechtweisen, Jerusalem, damit meine Seele sich nicht von dir losreiße, damit ich dich nicht zur Wüste mache, zu einem unbewohnten Lande.

Aber sie haben es nicht verstanden

9-15 So spricht JHWH der Heerscharen: Wie am Weinstock wird man Nachlese halten an dem Überrest Israels. Lege wieder deine Hand an, wie der Winzer an die Ranken. Zu wem soll ich reden und wem Zeugnis ablegen, dass sie hören? Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie können nicht aufmerken; siehe, das Wort JHWHs ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben keine Lust daran. Und ich bin voll des Grimms JHWHs, bin müde, ihn zurückzuhalten. - Ergieße ihn über die Kinder auf der Gasse und über den Kreis der Jünglinge allzumal; denn sowohl Mann als Weib werden getroffen werden, der Alte wie der Hochbetagte; und ihre Häuser werden anderen zugewandt werden. Felder und Weiber allzumal. Denn ich strecke meine Hand aus wider die Bewohner des Landes, spricht JHWH. Denn von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten sind sie insgesamt der Gewinnsucht ergeben; und vom Propheten bis zum Priester üben sie allesamt Falschheit, und sie heilen die Wunde der Tochter meines Volkes leichthin und sprechen: Friede, Friede! und da ist doch kein Friede. Sie werden beschämt werden, weil sie Greuel verübt haben. Ja, sie schämen sich keineswegs, ja, Beschämung kennen sie nicht. Darum werden sie fallen unter den Fallenden: zurzeit, da ich sie heimsuchen werde, werden sie straucheln, spricht JHWH.

16-21 So spricht JHWH: Tretet auf die Wege, und seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln. Und ich habe Wächter über euch bestellt, die da sagen: Merkt auf den Schall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf merken. Darum hört, ihr Nationen, und wisse, du Gemeinde, was wider sie geschieht! Höre es, Erde! Siehe, ich bringe Unglück über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken; denn auf meine Worte haben sie nicht gemerkt, und mein Gesetz - sie haben es verschmäht. Wozu soll mir denn Weihrauch aus Scheba kommen, und das gute Würzrohr aus fernem Lande? Eure Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig und eure Schlachtopfer mir nicht angenehm. Darum, so spricht JHWH: Siehe, ich lege diesem Volke Anstöße, dass Väter und Kinder darüber straucheln, dass der Nachbar und sein Genosse zumal umkommen.

22-26 So spricht JHWH: Siehe, es kommt ein Volk aus dem Lande des Nordens, und eine große Nation macht sich auf von dem äußersten Ende der Erde. Bogen und Wurfspieß führen sie, sie sind grausam und ohne Erbarmen; ihr Stimme braust wie das Meer, und auf Rossen reiten sie: gerüstet wider dich, Tochter Zion, wie ein Mann zum Kriege. -. Wir haben die Kunde von ihm vernommen: unsere Hände sind schlaff geworden; Angst hat uns ergriffen, Wehen, der Gebärenden gleich. - Geh nicht hinaus aufs Feld und wandle nicht dem Wege; denn der Feind hat ein SCHWERT - Schrecken ringsum! Tochter meines Volkes, gürte dir Sacktuch um und wälze dich in der Asche, trauere wie um den Eingeborenen, führe bittere Klage! denn plötzlich wird der Verwüster über uns kommen.

27-30 Ich habe dich zum Prüfer unter meinem Volke gesetzt, als eine Feste, damit du ihren Weg erkennen und prüfen möchtest. Allesamt sind sie die Widerspenstigsten der Widerspenstigen; sie gehen als Verleumder umher, sie sind Erz und Eisen; sie handeln verderbt allesamt. Versengt vom Feuer ist der Blasebalg, zu Ende ist das Blei; vergebens hat man geschmolzen und geschmolzen: die Bösen sind nicht ausgeschieden worden. Verworfenes Silber nennt man sie, denn JHWH hat sie verworfen.

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